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Träume sind Schäume. Oder doch nicht?

 

Träume sind Schäume, sagt der Volksmund und meint damit wohl: sie sind nicht wirklich von Bedeutung. Gibt man dagegen das Stichwort "Traum" in die Suchmaschine "Google" ein, erhält man Millionen von Links, die sich nahezu ausnahmslos mit der Bedeutung von Träumen befassen.

 

Wer hat hier recht? Der Volksmund oder die "Suchmaschine"?

 

Wenn Sie mich fragen: ich weiss es nicht. Weder das eine noch das andere lässt sich schlüssig beweisen. Niemand kann beweisen, dass oder gar welche Bedeutung ein Traum an sich hat oder nicht, und doch wirkt es sich aus, ob Sie so oder so denken. Ob Sie das Geschehen in der letzten Nacht kalt lässt, oder ob es Sie nicht loslässt, hat Auswirkungen, wie Sie am Morgen den "Schritt aus dem Bett" tun, ob "aufgestellt" oder bedrückt.

 

Was ich damit sagen will: Ob ein Traum eine Bedeutung hat oder nicht, ist das Eine. Etwas Anderes ist es, ob er für Sie eine Bedeutung hat. Das entscheiden Sie. Und nicht nur das: Sie entscheiden auch, welche Bedeutung er für Sie hat. Das wirkt vielleicht auf Anhieb befremdend auf Sie. Aber genau so meine ich es.

 

Lassen Sie es mich Ihnen an einem Beispiel verdeutlichen: Angenommen, Sie haben von einem Löwen geträumt. Wenn Sie dazu jetzt die unzähligen Traumdeutungsbücher zur Hand nehmen, werden Sie darin die verschiedensten Deutungen finden. Die einen werden sagen: Löwe ist ein Raubtier und ein Symbol für Angriffslust. Bei anderen werden Sie lesen: der Löwe gilt als König der Tiere und ist ein Symbol von Stolz und Glanz. Wieder andere werden Sie darauf hinweisen, dass Sie von einem Löwen und nicht von einer Löwin geträumt haben.

Sie können sicher sein, Sie werden soviel Deutungen finden, wie Sie Bücher aufschlagen. Wer hat nun recht? Welche Deutung ist die objektiv richtige?

 

Sie ahnen es wohl schon: Die objektiv richtige Deutung gibt es nicht. Alles – und das gilt nicht nur fürs Träumen – ist (mindestens) zweideutig!

 

Heisst das, dass Träume doch nur Schäume sind?

 

Mitnichten. Es heisst: Auf Sie kommt es an. Einziges Kriterium für die richtige Deutung sind Sie, und nur Sie. Wenn für Sie ein Löwe Symbol für Faulheit und Trägheit ist, dann ist das die richtige Deutung. All die vielen Deutungsbücher können im Grunde nur eins: nämlich Ihnen Vorschläge machen, wie man den Traum deuten könnte. An Ihnen ist es zu entscheiden, welche Bedeutung er für Sie schlussendlich hat.

 

Den letzten Satz muss ich nun freilich noch etwas näher erläutern bzw. korrigieren. Ein Traum "hat" nicht einfach eine Bedeutung, auch nicht für Sie. Bedeutung wird immer gegeben. Und von wem? Natürlich von Ihnen. Das mag bis dahin selbstverständlich klingen, hat aber weit reichende Konsequenzen.

 

Denken Sie noch einmal daran, dass es "die" richtige Deutung nicht gibt, und dass Sie es sind, die Ihrem Traum die Bedeutung geben. Dann stellt sich doch bei jedem Traum die Frage, welche Bedeutung Sie ihm denn geben wollen? Da es ja keine dem Traum von vornherein inhärente Bedeutung gibt, sind Sie es, die die Bedeutung wählen. Die Frage ist dann aber: Nach welchen Kriterien wählen Sie Ihre Bedeutung aus?

 

Gegenfrage, wenn Sie schon selbst wählen können: Würden Sie lieber eine Bedeutung wählen, die Sie stärkt oder eine, die Sie belastet? Ich nehme an, Sie ziehen die erste Option vor. Dann kann ich Ihnen aber nur empfehlen: Tun Sie's auch. Wählen Sie konsequent immer die Bedeutung, von der Sie glauben, dass sie Sie am meisten stärkt!

 

Ich meine das in allem Ernst. Fragen Sie sich bei jedem Traum: Was stärkt mich darin und wofür? und dann geben Sie ihm diese Bedeutung.

 

Aber wie ist es mit den sog. Albträumen? In der Regel fühlt man sich nach ihnen ja alles andere als gestärkt.

Dazu ein Beispiel: Eine Frau träumt, sie sei unterwegs und hinter ihr brechen (buchstäblich) alle Brücken ab. Sie wacht mit Angst und Herzklopfen auf.

Spricht dieser Traum nicht für sich selbst? Antwort: Nein, kein Traum spricht für sich selbst. Kein Traum ist eindeutig, auch ein Albtraum nicht.

 

Die Frau könnte sich von ihrem Traum in Verzweiflung stürzen lassen, dass es jetzt kein Weg mehr zurück gibt. Sie könnte aus ihm aber auch die Ermutigung heraushören: Es ist Zeit für dich, nach vorn zu schauen. Geh zuversichtlich deinen Weg.

Die Frau hat die Wahl, und ihre Wahl wirkt sich aus. Ich vermute, man sieht es ihr an, wenn sie am Morgen nach dem Traum das Haus verlässt, für welche Bedeutung sie sich entschieden hat.

 

In Anlehnung an das Sprichwort „Wie man sich bettet, so liegt man“, könnte man sagen: Wie man seine Träume deutet, so geht man am Morgen aus dem Haus, oder kurz gesagt: Wie man seine Träume deutet, so "geht es" einem.

 

 

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